Der erste September zweitausendundneun. Ein Tag wie jeder andere. Millionen deutscher Schüler, Studenten und Familien genießen Ferien und Urlaub an Stränden, in Bädern und Parks. Doch eines ändert sich…
Nein, ich denke dabei nicht an eine etwaiges Neuaufkeimen des deutsch-polnischen Konflikts. Auch nicht an eine bevorstehende, endgültige Aussöhnung zwischen den beiden mitteleuropäischen Völkern. Der erste September zweitausendundneun wird zwar in die Geschichte eingehen. In Erinnerung an den Beginn des schrecklichsten aller Kriege – den Zweiten Weltkrieg – treffen sich Staats- und Regierungschefs der Westalliierten, der Mittelmächte und der Russischen Föderation. Sie feiern eine einmalige Errungenschaft, die es zuvor noch nie gab. Zwei Generationen durften Frieden, Wohlstand und soziale Sicherheit genießen. Diese Errungenschaft verdanken wir vor allen Dingen einem – dem europäischen Integrationsprozess und der seit 1992 bestehenden Europäischen Union. Mittlerweile sind 27 Staaten Mitglied der EU und leben größtenteils in Eintracht, Frieden und Solidarität miteinander.
Doch welch Ironie ist es, dass diese Institution, die Frieden garantiert, seine Bürgerinnen und Bürger mehr und mehr bevormundet? Der erste September zweitausendundneun wird für jeden Freidenkenden Menschen als ein Tag überstaatlicher Bevormundung und als ein Tag des Freiheitsverlustes in die Geschichte eingehen. Die Glühbirne verschwindet genau 200 Jahre nach ihre Entdeckung aus den Ladentheken. Nicht, dass die Glühbirne ein Meilenstein ist, was die Einschränkung der freiheitlichen Bürgerrechte ist – aber sie ist der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Glühbirne betrifft uns alle – jeder hat sie – jeder braucht sie – jederzeit. Genau deshalb ist die Glühbirne das Symbol der Bevormundung, die uns die Europäischer Union – eine Institution die aus Freiheit geschaffen und auf Freiheit basiert – auferlegt. Einige werden an dieser Stelle lachen, denn schließlich ist die EU bereits seit Jahren dabei aus Gründen der „Terrorbekämpfung“ den Bürgern mit Vorschriften und Überwachungen einzuschränken. Die Vorratsdatenspeicherung, die Aufhebung von Brief- und Bankgeheimnis und die Abhörung von Telefonen und Computern sind eigentlich bedeutend gravierendere Eingriffe in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger, aber dies geschieht alles heimlich ohne das die Allgemeinheit davon Wind bekommt. Wenn aber die Glühbirne, das Symbol der Industrialisierung und unseres Wohlstandes durch die Energiesparlampe ersetzt wird, so ruft das – ob unberechtigt oder nicht – einen Aufschrei hervor.
Die Europäische Union aber ist eine demokratisch gewählte Institution, das darf man nicht vergessen. Sie spiegelt laut der Definition der europäischen Demokratie „den Willen des Volkes wider“. Wenn man sich nun jedoch die Verkaufszahlen der Glühbirnen in den vergangenen Tagen vor Augen hält, so fällt eines auf: Die Bürger wollen keinen Abschied von „seiner“ Glühbirne nehmen müssen.
Die Gründe dafür mögen richtig oder falsch sein – jedenfalls sind sie in Anbetracht der Tatsache, dass Energiesparlampen nicht hinreichend getestet wurden, gesundheitliche Bedenken durch die Beimischung von Quecksilber enthalten und auch ästhetisch die „veraltete“ Glühbirne nicht ersetzen können, durchaus nachvollziehbar.
Somit lässt sich also sagen, dass dieser erste September zweitausendundneun als ein Tag der Bevormundung in die Geschichte eingehen wird. Wir Jungen Liberalen werden alles dafür tun, dass damit bald Schluss ist. Denn schließlich gleicht das Verkaufsverbot von Altglühbirnen den Zuständen in der DDR – der Staat bestimmt das Angebot, der Wille der Bürger wird übergangen, aus fragwürdigen Gründen wird der Mensch als zu unselbstständig und dumm abgestempelt. Er wird als unfähig betrachtet zu entscheiden, welche Lampe die bessere für ihn ist.
Es bleibt für einen jeden Freidenker in Europa und Deutschland zu hoffen, dass dieser erste September zweitausendundneun letztendlich auch als ein Symbol in die Geschichte eingehen wird. Als ein Symbol, dass der Mensch und nicht der Staat zählt. Dass Freiheit über Bevormundung siegen wird. Dass die Wählerinnen und Wähler vier Wochen später – bei der Bundestagswahl – ihre Stimme der Kraft der Freiheit – der FDP – schenken. Für ein Europa, in dem nicht Bürokratie, Lobbyinteressen und Bevormundung das Sagen haben, sondern für ein Europa, das wieder bürgernah, gerecht und frei ist. Für ein Europa in dem vor allem eines zählt – das Volk.
ich finds ja ziemlich gut, dass du dich politisch engagierst, und noch dazu für “die richtige seite”, aber mit dem artikel bist du doch ein stück übers ziel hinaus geschossen. sowohl inhaltlich als auch sprachlich. ich fühl mich einfach in meiner freiheit nicht eingeschränkt. un dass die verkaufszahlen von glühbirnen in den letzten tagen so groß waren, lag ja daran dass leute glühbirnen gehamstert haben. sowas kann ich übrigens noch weniger verstehen.
viele grüße
kornelius
p.s. ich find in deinem steckbrief solltest du einfach nur schreiben “jugendmannschaft” und des “männlich” weglassen. find ich eleganter
Hallo Korni,
erstmal vielen Dank, dass du dir überhaupt die Mühe gemachst hast, mein Blog zu lesen und einen Kommentar da zu lassen. Ich finde es toll, dass du deine Meinung äußerst und dazu stehst, denn schließlich lebt unsere Demokratie gerade davon – von Pluralismus und einem Wettbewerb zwischen den besten Ideen. Genau so verhält es sich auch mit der Glühbirne. Ein gerechter und freier Wettbewerb, der dem Bürger die Entscheidung überlässt, wäre die bessere Lösung. Denn damit könnte jeder tun, was er will er für besser hält und wird nicht von einer europäischen Öko-Diktatur bevormundet. So wie es in einer freien, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft der Fall sein sollte.
Dass die Glühbirne keinen gravierenden Eingriff in die Freiheit der Menschen darstellt ist klar. Der Text ist bewusst sarkastisch und zugespitzt formuliert, denn er soll ja aufmerksam machen. Darauf, dass da etwas geschieht, was dem ursprünglichen Gedanken der EU nicht mehr entspricht. Darauf, dass die EU keine demokratische Kontrolle mehr hat, sondern nur vom Ministerrat per Diktat regiert wird. Das ist eine Entwicklung die auch du sicherlich befürworten kannst.
Die Glühbirne ist lediglich das Signal für diese Bevormundung durch die EU. Denn sie betrifft einen jeden. Jeder braucht Strom, jeder braucht Licht, jeder braucht also eine Lampe. Dass die EU darüber entscheiden kann, was ich zu kaufen habe, widerstrebt meinem Naturell und nur zu Info – in der DDR war es nicht anders: der Staat bestimmte das Angebot.
Deshalb der Artikel in der durchaus einprägsamen Weise, die vielleicht auch übertrieben sein mag. Aber die Glühbirne ist wie gesagt nur ein Symbol und ich hoffe, dass wir uns bewusst werden, dass Demokratie und Freiheit mehr Wert sind als “erkaufte Sicherheit auf Kosten der beiden ersteren”.
Liebe Grüße
Michi
PS: Danke für den Hinweis, meine restlichen Leister muss ich noch ausfüllen, bzw. nachbessern, das Über mich, hatte einfach erste Priorität.